ZTNA richtig umgesetzt: Cyberangriffe stoppen, ohne den Geschäftsbetrieb zu stören

Seit Jahren wird „Zero Trust“ - mit ZTNA (Zero Trust Network Access) als Technologie an vorderster Front - als Gamechanger der Cybersecurity gefeiert. Das Versprechen: eine kleinere Angriffsfläche, weil implizites Vertrauen abgeschafft und kontinuierliche Überprüfung durchgesetzt wird. Analysten, Anbieter und Security-Fachleute positionieren ZTNA gleichermaßen als Zukunft des sicheren Remote-Zugriffs - klassischen VPNs weit überlegen. Die ernüchternde Realität: Unternehmen verstehen zwar, warum sie ZTNA brauchen, doch viele tun sich mit der wirksamen Umsetzung schwer.
Laut dem 2025 Secure Network Access Report [1] nennen 52 % der Unternehmen VPNs als ihre größte Sicherheitsherausforderung - ein deutliches Signal, wie dringend die Einführung von ZTNA ist. Dennoch scheitern viele an der erfolgreichen Umsetzung: wegen der wahrgenommenen Komplexität, knapper Ressourcen und schwieriger Integration. Der Sicherheitsgewinn hat das Risiko, den Geschäftsbetrieb während der Einführung zu stören, nicht immer aufgewogen - doch das ändert sich gerade.
Wie Angreifer VPNs und ZTNA ins Visier nehmen: die Perspektive eines Cyberkriminellen
Um die Wirkung von ZTNA zu verstehen, lohnt ein Blick aus der Sicht des Angreifers.
Klassische VPN-Lösungen: ein Sicherheitsrisiko
Bei den meisten klassischen VPN-Lösungen genügt Angreifern ein kompromittierter Benutzername samt Passwort - und beides ist im Darknet immer leichter zu beschaffen. Allein 2024 wurden mehr als 2 Millionen VPN-Passwörter durch Malware gestohlen [2]. Und selbst wenn MFA erzwungen wird, haben Hacker längst eigene Toolkits entwickelt, um sie zu umgehen [3]. Da dies in der Regel die einzigen Sicherheitsprüfungen von VPN-Lösungen sind, können Angreifer mit erbeuteten Zugangsdaten:
-
den VPN-Client herunterladen (meist frei verfügbar) und sich einfach wie legitime Benutzer verbinden - mit weitreichendem Netzwerkzugriff.
-
sich lateral im Netzwerk bewegen, Berechtigungen ausweiten und sensible Daten exfiltrieren [4].
-
automatisierte Tools einsetzen - für Aufklärung, Privilegien-Eskalation, das Aufspüren von Daten und die Verbreitung von Ransomware [4].
-
unentdeckt bleiben, da klassische VPN-Architekturen nur begrenzten Einblick in Benutzeraktivitäten bieten [4].
ZTNA: der Albtraum jedes Hackers
ZTNA entschärft diese Risiken durch strikte Zugriffskontrollen nach dem Least-Privilege-Prinzip. Anders als ein VPN gewährt ZTNA keinen netzwerkweiten Zugriff. Stattdessen:
-
prüft es mehrere Sicherheitsfaktoren über Benutzername und Passwort hinaus, etwa Gerätestatus, Standort und Verhalten.
-
beschränkt es den Zugriff auf bestimmte Anwendungen über rollenbasierte Berechtigungen und reduziert so die Möglichkeiten zur lateralen Bewegung.
-
verhindert es die Auskundschaftung des Netzwerks, indem es als Broker zwischen Benutzer und Anwendungen agiert - Angreifer können neue Ziele so deutlich schwerer aufspüren.
-
überwacht es das Benutzerverhalten kontinuierlich, erkennt auffällige Aktivitäten schnell und löst entsprechende Sicherheitsreaktionen aus.
Genau deshalb ist ZTNA im Vergleich zu klassischen VPNs so wirksam: Es macht es Angreifern äußerst schwer, nennenswerten Schaden anzurichten. Vom Erstzugriff über die Aufklärung bis zur lateralen Bewegung ist bei ZTNA alles darauf ausgelegt, einen Angriff entweder ganz zu verhindern oder ihn zumindest zu erkennen, auszubremsen und seine Auswirkungen zu minimieren, bis er beseitigt ist. Für Unternehmen, die ZTNA implementiert haben oder in ihrer Zero-Trust-Umsetzung insgesamt weiter fortgeschritten sind, bedeutet das: geringere Schadenskosten [5] durch Datenlecks als bei weniger reifen Unternehmen.
Warum sich viele Unternehmen mit der ZTNA-Einführung schwertun
So klar die Sicherheitsvorteile von ZTNA sind - Implementierung und Betrieb sind alles andere als trivial. Viele Unternehmen stehen vor erheblichen Hürden:
-
Integrationskomplexität: ZTNA erfordert die Durchsetzung von Richtlinien über mehrere Umgebungen hinweg, vom eigenen Rechenzentrum bis zur SaaS-Anwendung: 48 % der Unternehmen tun sich schwer, Zero Trust in ihre bestehende IT-Landschaft zu integrieren. [1]
-
Fachkräftemangel: Die Qualifikationslücke in der Cybersecurity wird immer größer. 47 % der IT-Verantwortlichen nennen fehlendes internes Know-how als zentrales Hindernis bei der Einführung von SASE- und Zero-Trust-Lösungen. [1] Ohne qualifiziertes Personal bleiben ZTNA-Implementierungen unvollständig - und Sicherheitslücken offen.
-
Störung des Geschäftsbetriebs: Unternehmen befürchten, dass der Umstieg von VPN auf ZTNA die Arbeitsabläufe der Benutzer beeinträchtigen könnte. 38 % der Unternehmen nennen Bedenken bei der Benutzererfahrung als wichtigen Grund, die Einführung aufzuschieben. [1]
Der Weg nach vorn: So gelingt die ZTNA-Einführung
Hier wird ein strategisches Vorgehen entscheidend. Statt die Herausforderung im Alleingang zu stemmen, arbeiten viele Unternehmen mit Managed-Security-Anbietern zusammen, die auf sichere Zugriffslösungen spezialisiert sind. Solche Partnerschaften decken zentrale Anforderungen ab, etwa:
Reibungslose Integration ohne Störung des Betriebs:
- Erfahrene Anbieter helfen Unternehmen, ihren Zero-Trust-Reifegrad zu bewerten, eine schrittweise Einführungs-Roadmap zu entwickeln und ZTNA sukzessive zu implementieren, um Störungen zu minimieren.
24x7-Experten-Support für eine nahtlose Benutzererfahrung:
-
Hochqualifizierte Operations-Teams sorgen dafür, dass Zugriffsrichtlinien durchgesetzt werden - bei laufendem Geschäftsbetrieb.
-
Incident-Response-Teams beheben Zugriffsstörungen schnell und verhindern so längere Ausfälle.
Laut einem MEF-Report aus dem Jahr 2025 [6] beschleunigt sich die SASE-Einführung (ZTNA eingeschlossen) gerade deshalb, weil Unternehmen ihre Sicherheitsanforderungen an Managed Service Provider auslagern.
Unterm Strich: Zero Trust ohne Kraftakt
ZTNA ist ein starkes Werkzeug gegen moderne Cyberbedrohungen - sein Erfolg steht und fällt jedoch mit der richtigen Umsetzung. Viele Unternehmen wagen die Zero-Trust-Transformation, doch Integrationsprobleme, Fachkräftemangel und Betriebsstörungen bremsen den Fortschritt häufig aus.
Für CISOs und CIOs, die mit der Gewinnung von Cybersecurity-Fachkräften, der Compliance und der Risikoreduzierung ringen, bietet ein Managed-ZTNA-Service einen schnellen, wirksamen und skalierbaren Weg, das moderne Unternehmen abzusichern.
In einer Welt, in der sich Cyberbedrohungen täglich weiterentwickeln, sind veraltete Zugriffsmodelle keine tragfähige Option mehr. Ein Zero-Trust-Mindset ist unverzichtbar - und der richtige Umsetzungsansatz der Schlüssel zum Erfolg.
[2] https://specopssoft.com/blog/breached-vpn-passwords-malware/
[3] https://go.crowdstrike.com/rs/281-OBQ-266/images/GlobalThreatReport2024.pdf
[4] https://www.cynet.com/network-attacks/lateral-movement-challenges-apt-and-automation/
[5] https://www.ibm.com/reports/data-breach
[6] https://www.mef.net/mef-state-of-the-industry-report-sase/
Gleich weiterlesen.

Universal ZTNA: Auf dem Weg zum Gipfel im Gartner Hype Cycle für Enterprise Networking
Erfahren Sie, was der Gartner Hype Cycle über Universal ZTNA verrät, und verschaffen Sie sich einen Wissensvorsprung beim Enterprise Networking.

ZTNA: der Kickstart für Ihre OT-Sicherheit
Die Sicherung von Operational Technology -Umgebungen hat für Industrieunternehmen weltweit höchste Priorität erlangt. Während IT-Sicherheit seit ...

ZTNA vs VPN
Die Unterschiede zwischen Zero Trust Network Access (ZTNA)- und Virtual Private Network (VPN)-Technologien verstehen.